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{ Category Archives } Manuskripte

Delirium Teil 6

Ich setzte mich in Bewegung und trabte in die Richtung, aus der das Rauschen einer Straße vermutete. Meine Füße schienen den Boden nicht zu berühren; tote Äste und Blätter wichen meinen Schritten, ohne dass sie sich bewegten. Ich blieb kurz stehen und erfreute mich an den farbenfrohen Blumen und Pflanzen, die in meinen Fußstapfen gewachsen […]

Delirium Teil 5

Ich genoss jeden Schritt, ich genoss das Gefühl der festgetretenen Erde an meiner nackten Fußsohle, wie ich es niemals vorher in meinem ganzen Leben genossen habe. Ich war anfälliger für das Schöne der Natur. Für die Natürlichkeit an sich. Während ich auf den Stamm zuwanderte, griff ich mir an die linke hintere Hosentasche und holte […]

Delirium Teil 4

Erst als sich meine verklebten Augen widerspenstig öffneten, wurde mir wieder klar, welche unerwünschten Randerscheinungen übermäßiger Alkoholkonsum haben kann. Meine Wimpern klebten zusammen, wie die Zähne einer lauernden Venusfalle. Ich spürte jeden Tropfen Alkohol, der noch nicht von meinem Körper verarbeitet wurde auf meine Augenlider drücken, pochen und ziehen. Es war, als wenn mich jemand […]

Delirium Teil 3

Meine Flasche Vodka war mittlerweile auch leer. Mit den vier Litern Bier, die ich schon intus hatte, gab das eine hervorragende Mischung ab. Obwohl ich einen klaren Kopf hatte wusste ich, dass ich es nicht bis zum See schaffen würde um mir etwas zu trinken zu holen. Der Alkoholgehalt in meinem Blut war viel zu […]

Delirium Teil 2

Der Baumstamm auf dem ich saß wirkte auf mich. Ich fühlte die angeschimmelte, dennoch harte Rinde an meinem Hintern. Ich spürte nur einen Teil dieses Stamms physisch. Ich wusste, wie der Stamm aussah, wie viel Leben in ihm noch steckte, obwohl er schon eine ganze Zeit nicht mehr lebendig war. Ich spürte die Insekten, die […]

Delirium Teil 1

Das verwaschene Gelächter vermischte sich mit dem Rauschen des Windes. Die Baumgipfel hoch über mir säuselten in mein Ohr und ich fühlte mich fehl am Platz. Am falschen Ort und zur falschen Zeit. Der kleine Wald am Stadtrand bot immer wieder eine vorzügliche Möglichkeit für spontane Partys und Besäufnisse im extravaganten Stil. Jeder brachte etwas […]

Der Brief

Ewald öffnete den Brief mit zitternden Händen. Die Gerüche in dem schmierigen Treppenhaus untermalten seine aufgeregte Stimmung und schlichen sich in sein Unterbewusstsein ein. Abgestanden wahr er und roch nach alten Menschen. Er roch nach ungepflegten Menschen und nach Schweiß. Dieser Sinneseindruck brannte sich in ihm für den weiteren Rest seines Lebens ein, denn der […]